Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026



Die Bürgerinitiative „Natürlich Bieber-Waldhof“ setzt sich für den dauerhaften Erhalt des Gebiets Waldhof-West als klimaökologisch wertvolle Freifläche ein. Das Gebiet erfüllt wichtige Funktionen für Klimaanpassung, Artenvielfalt und Lebensqualität im Stadtteil Bieber-Waldhof.
Wir haben allen Parteien einen Fragenkatalog zu spezifischen Themen der Bürgerintiative zugesandt – unsere Wahlprüfsteine.

Manche der Fragen wurden nicht mit einem klaren JA oder NEIN beantwortet. Aus diesem Grund sind manche Kästchen nicht angekreuzt oder zum Teil beide. Im Folgenden findet ihr die Antworten der einzelnen Parteien und könnt euch ein Bild davon machen, wie sie zur Bebauung Waldhof-West stehen.

SPD

Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026

Die Bürgerinitiative „Natürlich Bieber-Waldhof“ setzt sich für den dauerhaften Erhalt des Gebiets Waldhof-West als klimaökologisch wertvolle Freifläche ein. Das Gebiet erfüllt wichtige Funktionen für Klimaanpassung, Artenvielfalt und Lebensqualität im Stadtteil Bieber-Waldhof.

I. Grundsatzposition zu Waldhof-West


1. Unterstützt Ihre Partei eine Wohnbebauung im Gebiet Waldhof-West?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die SPD kann sich eine Wohnbebauung als Maßnahme zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum in Offenbach vorstellen, sobald und soweit Baurecht besteht.


2. Werden Sie sich politisch dafür einsetzen, dass Waldhof-West dauerhaft von einer Bebauung freigehalten wird?

☐ Ja
☒ Nein

Begründung:

Siehe zunächst die Antwort zu 1). Sollte das Ergebnis des derzeit laufenden Bebauungsplanverfahrens aber ergeben, dass eine Bebauung der Fläche aus Gründen des Umwelt- und Naturschutzes bzw. der Kaltluftentstehung nicht vertretbar ist, werden wir dem selbstverständlich folgen.

II. Klima- und Umweltaspekte


3. Wie bewerten Sie die Funktion von Waldhof-West für Klimaanpassung und Biotopverbund?

Begründung:

Das Gebiet besitzt aus unserer Sicht einen Wert als Naherholungsort, Biotop sowie aus klimatischen Gründen. Dies muss jedoch gegenüber anderen Belangen, wie zum Beispiel dem Bedarf an Wohnraum, abgewogen werden.


4. Halten Sie eine Bebauung für vereinbar mit den kommunalen Klimazielen gemäß dem Klimakonzept 2035?

Begründung:

Wir halten eine Vereinbarkeit prinzipiell für möglich. Durch die Nähe zur S-Bahnstation Waldhof, die die Notwendigkeit von Autoverkehr verringert, wäre Bieber Waldhof West ein geeignetes Entwicklungsgebiet. Was die Auswirkungen einer möglichen Bebauung auf Klimafunktionen für Bieber und Waldhof angeht, werden diese Fragen gerade in dem Bebauungsplanverfahren untersucht.


5. Sollte der Schutz klimaökologisch wirksamer Freiflächen Vorrang vor Außenentwicklung haben?

☐ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die Bedeutung von klimaökologisch wirksamen Freiflächen muss gegenüber anderen Belangen sorgfältig abgewogen werden, weshalb wir keine pauschale Aussage treffen wollen.

III. Alternativen zur Flächeninanspruchnahme


6. Unterstützen Sie verbindlich den Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Wir halten den Grundsatz für sinnvoll und richtig. Wie alle Grundsätze stößt er bei seiner Umsetzung aber mitunter an tatsächliche Grenzen, weshalb mitunter auch Ausnahmen geboten sind.


7. Welche konkreten Potenziale zur Wohnraumschaffung sehen Sie im bestehenden Siedlungsgebiet?

Begründung:

Um nur einige Beispiele zu nennen: Auf dem Gelände der ehemaligen KWU-Türme entstehen demnächst am Kaiserlei rund 1.200 Wohneinheiten. Dazu sind 300 Wohneinheiten im Quartier 4.0 am ehemaligen Güterbahnhof geplant und die gleiche Anzahl auf dem Gelände des Postzentrums an der Marienstraße. Gleichzeitig besteht Potential zur Aufstockung von bestehendem Wohnraum. So werden zum Beispiel im Franz-Liszt-Quartier im Rahmen einer Sanierung neue 14 Dachwohnungen gebaut.


8. Sind Sie bereit, vor einer Inanspruchnahme von Freiflächen alle Alternativen auszuschöpfen?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Wir treiben die Innenentwicklung innerhalb bestehender Siedlungsflächen konsequent voran.

IV. Lebensqualität und Infrastruktur


9. Welche Bedeutung messen Sie Waldhof-West für Naherholung und Lebensqualität bei?

Begründung:

Das Gebiet besitzt aus unserer Sicht einen Wert als Naherholungsort, dieser muss jedoch gegenüber andere Belange abgewogen werden. Die Planungen gehen dahin, in Waldhof West einen Ortsteil mit einer hohen Lebensqualität sowie einem zusätzlichen Nutzen für den Altort entstehen zu lassen.


10. Wie verhindern Sie eine Überlastung der Infrastruktur bei neuen Baugebieten?

Begründung:

Durch sorgfältige Untersuchungen der Infrastrukturkapazitäten vor Bebauung des Gebiets soll eine mögliche Überlastung der Infrastruktur durch den Bevölkerungszuwachs verhindert werden.

V. Bürgerbeteiligung und Transparenz


11. Wie bewerten Sie die bisherige Bürgerbeteiligung zu Waldhof-West?

Begründung:

Als gut und konstruktiv.


12. Werden Sie sich für transparente Entscheidungsprozesse einsetzen?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Wir unterstützen transparente Entscheidungsprozesse, da sich nachvollziehbare Entscheidungen positiv auf die Ergebnisrichtigkeit sowie die Akzeptanz der Bevölkerung auswirken.


13. Unterstützen Sie stärkere direkte Bürgerbeteiligung (z. B. Bürgerentscheid)?

☐ Ja
☒ Nein

Begründung:

Es gibt bereits eine breit gefächerte Möglichkeit der Bürgerbeteiligung in der Hessischen Gemeindeordnung, in Planungsverfahren und außerhalb förmlicher Verfahren nach den satzungsmäßigen Richtlinien der Stadt Offenbach. Gerade bei dem Projekt Waldhof West kann hier kein Mangel an Beteiligungsmöglichkeit erkannt werden.



DIE LINKE

Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026

Die Bürgerinitiative „Natürlich Bieber-Waldhof“ setzt sich für den dauerhaften Erhalt des Gebiets Waldhof-West als klimaökologisch wertvolle Freifläche ein. Das Gebiet erfüllt wichtige Funktionen für Klimaanpassung, Artenvielfalt und Lebensqualität im Stadtteil Bieber-Waldhof.

I. Grundsatzposition zu Waldhof-West


1. Unterstützt Ihre Partei eine Wohnbebauung im Gebiet Waldhof-West?

☐ Ja
☒ Nein

Begründung:

Die Linke lehnt eine Bebauung von Waldhof-West unter den gegebenen Vorzeichen ab. Für Die Linke entsteht natürlich ein Zielkonflikt, weil sie sich gleichzeitig auch für die Schaffung von günstigem Wohnraum einsetzt. Unser Wahlprogramm trifft jedoch die klare Aussage: Die Mietenkrise in Offenbach werden wir über eine Regulierung des Bestands lösen, nicht allein durch Neubau. Wir priorisieren Flächenrecycling, Nachverdichtung im Bestand und soziale Wohnraumschaffung auf bereits versiegelten Flächen. Weitere Außenentwicklung widerspricht dem Ziel, Klima, Biodiversität und Freiflächen zu schützen.


2. Werden Sie sich politisch dafür einsetzen, dass Waldhof-West dauerhaft von einer Bebauung freigehalten wird?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Wir setzen uns dafür ein, klimaökologisch wertvolle Freiflächen langfristig zu sichern. Waldhof-West erfüllt wichtige Funktionen für Klimaanpassung und Lebensqualität. Diese Flächen dürfen nicht zugunsten kurzfristiger Bauinteressen geopfert werden.

II. Klima- und Umweltaspekte


3. Wie bewerten Sie die Funktion von Waldhof-West für Klimaanpassung und Biotopverbund?

Waldhof-West wirkt als Kaltluftentstehungsgebiet, Versickerungsfläche und Teil des Biotopverbunds. Angesichts zunehmender Hitzeperioden ist der Erhalt solcher Flächen zentrale Klimaanpassungspolitik. Unser Programm setzt ausdrücklich auf Entsiegelung und Grünflächenschutz.


4. Halten Sie eine Bebauung für vereinbar mit den kommunalen Klimazielen gemäß dem Klimakonzept 2035?

Eine Bebauung wäre aus unserer Sicht nicht mit den kommunalen Klimazielen vereinbar. Klimaneutralität erfordert Flächenschutz, CO₂-Bindung durch Vegetation und Vermeidung zusätzlicher Versiegelung. Kaltluftentstehung ist in einem dicht besiedelten Gebiet wie Offenbach ein zusätzlicher Beitrag zum Hitzeschutz. Neue Baugebiete im Außenbereich konterkarieren diese Ziele.


5. Sollte der Schutz klimaökologisch wirksamer Freiflächen Vorrang vor Außenentwicklung haben?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Der Schutz klimaökologisch wirksamer Freiflächen hat Vorrang vor Außenentwicklung. Wohnungsbau ist notwendig, aber vorrangig im Bestand und auf Konversionsflächen umzusetzen. Gemeinwohlorientierte Innenentwicklung ist ökologisch und sozial sinnvoller. Hier müssen wir aber auch im Stadtkern besser werden, weil die Bebauung hier besonders dicht ist.

III. Alternativen zur Flächeninanspruchnahme


6. Unterstützen Sie verbindlich den Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Unser Programm betont Flächenrecycling, Nutzung von Leerstand, Aufstockung und Nachverdichtung mit sozialer Bindung. Außenentwicklung darf nur letztes Mittel sein – und nicht Standardinstrument kommunaler Wohnraumpolitik.


7. Welche konkreten Potenziale zur Wohnraumschaffung sehen Sie im bestehenden Siedlungsgebiet?

Wir sehen Potenziale in der Leerstandserfassung, Aktivierung brachliegender Grundstücke, Nachverdichtung, Aufstockung, Umnutzung von Gewerbeimmobilien sowie konsequenter Anwendung von Sozialquoten bei Neubauten im Bestand. Zudem müssen spekulative Leerstände mittels einer kommunalen Satzung unterbunden werden.


8. Sind Sie bereit, vor einer Inanspruchnahme von Freiflächen alle Alternativen auszuschöpfen?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Ja. Vor jeder Inanspruchnahme von Freiflächen müssen alle innerstädtischen Potenziale geprüft und dokumentiert werden. Eine nachhaltige Stadtentwicklung verlangt Transparenz und Priorisierung bestehender Flächen.

IV. Lebensqualität und Infrastruktur


9. Welche Bedeutung messen Sie Waldhof-West für Naherholung und Lebensqualität bei?

Waldhof-West ist wichtig für Naherholung, Frischluftzufuhr und Aufenthaltsqualität. Gerade dicht bebaute Städte brauchen wohnortnahe Grünflächen. Lebensqualität ist ein sozialer Faktor und darf nicht gegen Bauinteressen ausgespielt werden.


10. Wie verhindern Sie eine Überlastung der Infrastruktur bei neuen Baugebieten?

Neue Baugebiete erzeugen zusätzlichen Druck auf Kitas, Schulen, Verkehr und soziale Infrastruktur. Die Stadt Offenbach ist in den letzten Jahren sehr stark gewachsen und hat die Wachstumsziele des sog. Masterplans schon weit übertroffen. Die Linke fordert bedarfsgerechte Planung und Priorität für Bestandssanierung. Infrastruktur darf nicht hinterherlaufen, sondern muss gesichert sein – ein weiteres Argument gegen Außenentwicklung.

V. Bürgerbeteiligung und Transparenz


11. Wie bewerten Sie die bisherige Bürgerbeteiligung zu Waldhof-West?

Die bisherige Bürgerbeteiligung bewerten wir als nicht ausreichend. Information allein ersetzt keine echte Mitgestaltung. Bei einem so sensiblen Thema wie der Bebauung klimaökologisch wertvoller Flächen braucht es frühzeitige, ergebnisoffene Beteiligung. Planungen dürfen nicht faktisch vorentschieden sein, bevor Bürger*innen umfassend eingebunden wurden.


12. Werden Sie sich für transparente Entscheidungsprozesse einsetzen?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Transparenz ist für uns Grundvoraussetzung demokratischer Stadtentwicklung. Gutachten, Variantenprüfungen, Klimaauswirkungen und Alternativen zur Bebauung müssen vollständig offengelegt werden. Entscheidungen über Freiflächen dürfen nicht in intransparenten Verfahren oder unter Zeitdruck getroffen werden, weil sie in vielen Fällen nicht oder nur schwer rückgängig gemacht werden können.


13. Unterstützen Sie stärkere direkte Bürgerbeteiligung (z. B. Bürgerentscheid)?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Wir unterstützen stärkere direkte Bürgerbeteiligung, einschließlich Bürgerentscheiden bei grundlegenden Fragen der Stadtentwicklung. Gerade bei Eingriffen in klimaökologisch bedeutende Freiflächen sollte die Bevölkerung verbindlich beteiligt werden. Demokratische Mitentscheidung stärkt Akzeptanz und Gemeinwohlorientierung.



CDU

Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026

Die Bürgerinitiative „Natürlich Bieber-Waldhof“ setzt sich für den dauerhaften Erhalt des Gebiets Waldhof-West als klimaökologisch wertvolle Freifläche ein. Das Gebiet erfüllt wichtige Funktionen für Klimaanpassung, Artenvielfalt und Lebensqualität im Stadtteil Bieber-Waldhof.

I. Grundsatzposition zu Waldhof-West


1. Unterstützt Ihre Partei eine Wohnbebauung im Gebiet Waldhof-West?

☐ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die CDU Offenbach befürwortet derzeit keine aktive Weiterverfolgung neuer Neubaugebiete. Die Planung weiterer Neubaugebiete soll gemäß dem Masterplan der Stadtentwicklung erfolgen. Zum Projekt Waldhof-West soll zunächst eine sachliche Prüfung offener Fragen sowie eine objektive Abwägung von Realisierbarkeit und tatsächlicher Notwendigkeit erfolgen.


2. Werden Sie sich politisch dafür einsetzen, dass Waldhof-West dauerhaft von einer Bebauung freigehalten wird?

☐ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die CDU spricht sich nicht für eine pauschale dauerhafte Freihaltung aus. Zunächst sollen offene Fragen umfassend geprüft und eine objektive Abwägung vorgenommen werden. Priorität hat aktuell die Nachverdichtung vorhandener Baulücken und Brachflächen statt die Entwicklung neuer Baugebiete.

II. Klima- und Umweltaspekte


3. Wie bewerten Sie die Funktion von Waldhof-West für Klimaanpassung und Biotopverbund?

Die CDU erkennt die klimaökologische Bedeutung von Freiflächen ausdrücklich an. Aspekte wie Frischluftzufuhr, Hitzeausgleich und ökologische Vernetzung müssen objektiv geprüft und in die Abwägung einbezogen werden. Gerade deshalb ist eine sachliche Bewertung des Projekts Waldhof-West notwendig.


4. Halten Sie eine Bebauung für vereinbar mit den kommunalen Klimazielen gemäß dem Klimakonzept 2035?

Die CDU sieht Klimaziele als wichtigen Maßstab, jedoch nicht als absolutes Ausschlusskriterium für jede Entwicklung. Eine Bebauung kann vereinbar sein, wenn sie klimaangepasst erfolgt – mit Energieeffizienz, Entsiegelungsausgleich, Grünflächen, Hitzeschutz und nachhaltiger Infrastruktur. Klimaschutz, Wohnbedarf und wirtschaftliche Tragfähigkeit sind verantwortungsvoll abzuwägen.


5. Sollte der Schutz klimaökologisch wirksamer Freiflächen Vorrang vor Außenentwicklung haben?

☐ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die CDU misst dem Schutz von Grün- und Freiflächen hohe Bedeutung bei, lehnt jedoch pauschale Vorrangregelungen ab. Entscheidungen müssen im Einzelfall erfolgen und Klima-, Wohnraumbedarf, Infrastruktur sowie städtebauliche Entwicklung ausgewogen berücksichtigen. Ziel ist Wachstum mit Augenmaß statt grundsätzlicher Außenentwicklungsverbote.

III. Alternativen zur Flächeninanspruchnahme


6. Unterstützen Sie verbindlich den Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“?

☐ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die CDU unterstützt die Konzentration auf Innenentwicklung – insbesondere die Nachverdichtung von Baulücken und Brachflächen. Neue Neubaugebiete außerhalb des Masterplans sollen vorerst nicht weiterverfolgt werden. Entscheidungen bleiben jedoch generell einzelfallbezogen und sachlich abgewogen.


7. Welche konkreten Potenziale zur Wohnraumschaffung sehen Sie im bestehenden Siedlungsgebiet?

Die CDU sieht Potenziale vor allem in der Nachverdichtung bestehender Baulücken, der Nutzung von Brachflächen sowie in der Aktivierung vorhandener Flächenreserven im Innenbereich. Der Fokus liegt klar auf Innenentwicklung, bevor neue Außenbereiche in Anspruch genommen werden.


8. Sind Sie bereit, vor einer Inanspruchnahme von Freiflächen alle Alternativen auszuschöpfen?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die CDU befürwortet die sorgfältige Prüfung innerstädtischer Potenziale, bevor neue Außenflächen entwickelt werden. Eine pauschale Verpflichtung wird jedoch abgelehnt.

IV. Lebensqualität und Infrastruktur


9. Welche Bedeutung messen Sie Waldhof-West für Naherholung und Lebensqualität bei?

Waldhof-West hat als Freifläche Bedeutung für Klima, Naherholung und Lebensqualität. Diese Aspekte sind bei jeder Bewertung sorgfältig zu berücksichtigen. Angesichts aktueller offener Fragen soll eine sachliche und objektive Abwägung erfolgen.


10. Wie verhindern Sie eine Überlastung der Infrastruktur bei neuen Baugebieten?

Neue Baugebiete müssen in ein Gesamtkonzept eingebettet sein. Die CDU fordert realistische Bedarfsplanung, gesicherte Finanzierung sowie parallelen Ausbau von Verkehr, Kitas, Schulen und Versorgungsinfrastruktur, um Überlastungen zu vermeiden.

V. Bürgerbeteiligung und Transparenz


11. Wie bewerten Sie die bisherige Bürgerbeteiligung zu Waldhof-West?

Die CDU misst Bürgerbeteiligung hohe Bedeutung bei. Planungsprozesse müssen transparent, nachvollziehbar und dialogorientiert gestaltet werden. Entscheidungen sollen auf einer sachlichen Abwägung von Fakten, Bedarfen und Bürgerinteressen beruhen.


12. Werden Sie sich für transparente Entscheidungsprozesse einsetzen?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die CDU steht für klare Zuständigkeiten, offene Kommunikation und sachlich nachvollziehbare Abwägungsprozesse.


13. Unterstützen Sie stärkere direkte Bürgerbeteiligung (z. B. Bürgerentscheid)?

☐ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die CDU unterstützt Beteiligungsformate und Dialog, sieht jedoch die Verantwortung für verbindliche Entscheidungen bei den gewählten Gremien. Direkte Demokratie kann ergänzen, darf aber die kommunale Handlungsfähigkeit nicht beeinträchtigen.



GRÜNE

Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026

Die Bürgerinitiative „Natürlich Bieber-Waldhof“ setzt sich für den dauerhaften Erhalt des Gebiets Waldhof-West als klimaökologisch wertvolle Freifläche ein. Das Gebiet erfüllt wichtige Funktionen für Klimaanpassung, Artenvielfalt und Lebensqualität im Stadtteil Bieber-Waldhof.

I. Grundsatzposition zu Waldhof-West


1. Unterstützt Ihre Partei eine Wohnbebauung im Gebiet Waldhof-West?

☒ Ja
☒ Nein

Kurz gesagt: Wir wollen keine Bebauung. Wenn doch gebaut werden sollte, finden wir die angedachte Planung absolut unterstützenswert und sind froh, für diese Art der Bebauung gekämpft zu haben.

Die Offenbacher Grünen haben sich mit dem Aufkommen der Frage nach einer potentiellen Bebauung in Bieber-Waldhof-West klar gegen diese eingesetzt. Als Ergebnis dieser Anstrengungen gab es 2012 einen Stadtverordnetenbeschluss, mit dem diese Fläche im alten Regionalen Flächennutzungsplan 2010 als „Grünfläche – Vorranggebiet Natur und Landschaft“ ausgewiesen werden sollte. Leider wurde dies von dem zuständigen Amt nicht weiterverfolgt. So blieb diese Fläche im alten Regionalen Flächennutzungsplan Weißfläche ohne Zielvorgabe verzeichnet.

Mit unserer Position standen wir über die Jahre als einzige relevante politische Kraft allein da. Angesicht der politischen Kräfteverhältnisse konnten wir uns nicht durchsetzen, sondern mussten die geschlossene Gegenposition der anderen Parteien akzeptieren.

Im Rahmen der Erarbeitung des Masterplans 2030, der mit breitem Konsens von allen Parteien 2015 beschlossen wurde, haben dann auch wir der Ausweisung von Bieber-Waldhof West als Wohnbaulandpotenzial schweren Herzens zugestimmt. Im Gegenzug konnten wir andere Gebiete für eine potentielle Bebauung ausschließen und eine Beschränkung des Gebietes auf 10 ha sowie eine Entwicklungsplanung nach vorbildlichen ökologischen und sozialen Standards festlegen. Dies beinhaltet mind. 30% sozialen Wohnungsbau, eine städtische Quartiersgarage, eine Kindertagesstätte, ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept, ein nachhaltiges Energiekonzept, die durchgehend ressourcenschonende und klimaangepasste Bebauung nach dem Schwammstadtprinzip, gemeinschaftliches Wohnen und die weitestgehende Berücksichtigung hochwertiger ökologischer Strukturen. Wenn schon irgendwo neu gebaut werden muss – dann bitte so wie hier geplant. Es ist aber auch klar: Ökologisch noch besser wäre gar keine Bebauung.

Als verantwortungsvolle politische Kraft stehen wir zu unseren Entscheidungen, die wir in einem umfassenderen Abwägungsprozess, angesichts der gegebenen Kräfteverhältnisse und der Notwendigkeit der Schaffung von mehr Wohnraum, fassen mussten.


2. Werden Sie sich politisch dafür einsetzen, dass Waldhof-West dauerhaft von einer Bebauung freigehalten wird?

☐ Ja
☐ Nein

Sachentscheidungen treffen wir immer auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, der Rechtslage und der Spielräume, die das politische Feld bietet. Auch künftige Beschlussfassungen bezüglich Bieber Waldhof-West werden wir auf dieser Basis treffen.

II. Klima- und Umweltaspekte


3. Wie bewerten Sie die Funktion von Waldhof-West für Klimaanpassung und Biotopverbund?

Das Gebiet Waldhof-West stellt, neben den landwirtschaftlichen Flächen, mit seinen Streuobst- und Feuchtwiesen, Feldgehölzen, der Bieberaue, Grünflächen und Waldmantel ein ökologisch sehr wertvolles Gebiet dar, dass Lebensraum für viele Tier- und Insektenarten bietet. Auch mit Blick auf den Klimaschutz und die Anpassung der Stadt an den menschengemachten Klimawandel, kommt dem Gebiet eine wichtige Bedeutung zu, da es nicht nur bei Starkregenereignissen Regenwasser aufnehmen kann, um es dann langsam wieder abzugeben, sondern auch weil es ein wichtiges Kaltluftentstehungsgebiet darstellt, das wichtig ist für die Frischluftzufuhr der Stadt. Bestätigt wurde dies sowohl durch die landesweite Klimaanalyse Hessen – ein Ergebnis grüner Mitregierung im Land unter den grünen Ministern Tarek Al-Wazir und Priska Hinz, wie auch die kleinräumigere Klima-Detailanalyse der Stadt.


4. Halten Sie eine Bebauung für vereinbar mit den kommunalen Klimazielen gemäß dem Klimakonzept 2035?

Jede zusätzliche Bebauung und neue Versiegelung von Freiflächen ist eine zusätzliche Herausforderung bei den Anstrengungen der Stadt zu Klimaschutz (und Klimaanpassung). Das Gebiet in Waldhof-West ist das letzte große Wohnbaulandpotenzial in Offenbach, weshalb ihm auch hier eine besondere Bedeutung zukommt. Selbstverständlich wäre es auch mit Blick auf die Klimaziele das Beste, die Fläche völlig unbebaut zu erhalten.

Wenn man aber bebaut, dann so wie hier geplant wird. Die Vorgaben, die dem städtebaulichen Entwicklungswettbewerb 2019 für die Entwicklung des Gebietes zugrunde gelegt wurden, enthalten vorbildlich alle sozialen und ökologischen städtebaulichen Standards, die auch dem Maßnahmenkatalog des Klimakonzeptes 2035 entsprechen:

Mind. 30% sozialer Wohnungsbau, städtische Quartiersgarage, Kindertagesstätte, zukunftsweisendes Mobilitätskonzept, nachhaltiges Energiekonzept, durchgehende ressourcenschonende und klimaangepasste Bebauung nach dem Schwammstadtprinzip, gemeinschaftliches Wohnen, weitestgehende Berücksichtigung hochwertiger ökologischer Strukturen.

D.h. eine Bebauung würde die Stadt vor mehr Herausforderungen stellen, was den Klimaschutz angeht als die Fläche nicht zu bebauen. Der Klimaschutz bedarf in Offenbach ohnehin noch größerer Anstrengungen, um die gesetzten Ziele zu erreichen.


5. Sollte der Schutz klimaökologisch wirksamer Freiflächen Vorrang vor Außenentwicklung haben?

☒ Ja
☐ Nein

Siehe Antwort 6.

III. Alternativen zur Flächeninanspruchnahme


6. Unterstützen Sie verbindlich den Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“?

☒ Ja
☐ Nein

Wir unterstützen grundsätzlich den städtebaulichen Ansatz, dass der Innenentwicklung vor der Außenentwicklung der Vorzug zu geben ist. Dadurch kann Bodenversiegelung vermindert, Lebensräume geschützt und wertvolle Naturflächen wie auch landwirtschaftliche Flächen erhalten werden. Das spart Infrastrukturkosten, da man die bestehenden Straßen, Kanalisation, Strom- und Wasserleitungen sowie soziale Einrichtungen nutzen und eventuell ausbauen kann. Wichtig dabei ist, dass die bestehenden Quartiere durch die Nachverdichtung ökologisch aufgewertet werden, durch die Schaffung von mehr Grün- und Naherholungsflächen, Klimaanpassungsmaßnahmen im Bau wie z.B. Dachbegrünung, Befreiung des öffentlichen Raumes vom stehenden Verkehr durch eine Stärkung des Bus- und Bahnangebots sowie des Rad- und Fußverkehrs, dem das Konzept der „Stadt der kurzen Wege“ zugrunde liegt – wofür Offenbach besonders gute Voraussetzungen bietet.

Innenentwicklung ist aber auch nicht unendlich möglich, weshalb es immer eine Einzelfallabwägung bleibt. Uns leitet dabei das Prinzip: Innenentwicklung vor Außenentwicklung.


7. Welche konkreten Potenziale zur Wohnraumschaffung sehen Sie im bestehenden Siedlungsgebiet?

Uns ist keine Studie bekannt mit einer konkreten, faktenbasierten Analyse der Wohnbaupotenziale im Bestand. Allerdings lässt der hohe Bevölkerungszuwachs der letzten Jahre sich nicht nur mit der Entwicklung größerer Wohnsiedlungsprojekten, wie dem Hafen oder Goethe-Quartier, erklären. Dies ist ein Hinweis für das bereits ausgeschöpfte hohe Potenzial an Nachverdichtung im Bestand. Hierbei muss aber auch auf die Gefahr einer zu hohen Wohndichte in schon stark verbauten Quartieren hingewiesen werden. Auch Menschen in innerstädtischen Gebieten, brauchen Grün- und Freiräume. Daher bedarf es stets einer sorgfältigen Abwägung zwischen zusätzlichem Wohnraum und dem Erhalt einer guten Wohnökologie.


8. Sind Sie bereit, vor einer Inanspruchnahme von Freiflächen alle Alternativen auszuschöpfen?

☒ Ja
☐ Nein

Siehe Antwort 6.

IV. Lebensqualität und Infrastruktur


9. Welche Bedeutung messen Sie Waldhof-West für Naherholung und Lebensqualität bei?

Ohne Zweifel ist das Gebiet Waldhof-West ein wichtiges und wertvolles Gebiet für die Naherholung und Lebensqualität, nicht nur der unmittelbaren anwohnenden Bürger:innen Offenbachs. Neben dem gesundheitsförderlichen Aspekt ermöglicht das Gebiet auch einen niedrigschwelligen Zugang zu Natur und ermöglicht Raum für Begegnungen.


10. Wie verhindern Sie eine Überlastung der Infrastruktur bei neuen Baugebieten?

In unserer grünen kommunalpolitischen Arbeit ist die Bedeutung der städtebaulichen und sozialen Infrastruktur bei Bauvorhaben immer zentral. Wir sind der Meinung, dass jegliche Infrastruktur (auch soziale Infrastruktur!) bei neuen Baugebieten (seien es Wohn- oder Gewerbegebiete) mitgedacht werden muss. Die für Erstellung oder Erweiterung und Erhalt entstehenden Kosten dürfen nicht einfach der Allgemeinheit überlassen werden, während der Profit privatisiert wird. Stattdessen gehört es zu einem nachhaltigen und fairen Bauen, dass diese Kosten von den Bauvorhabenträgern mitgetragen werden. Dementsprechend wurde auf Initiative von uns Grünen hin 2018 der Stadtverordnetenbeschluss „Folgekosten der Infrastruktur – transparente, finanzierbare und nachhaltige Stadtbebauung“ gefasst, der auch in der Vorlage zu „Kooperative Wohnbaulandentwicklung in Offenbach am Main und wohnbauliche Entwicklung von Bieber Waldhof West“ 2020 weitergeführt wurde. Danach müssen bei den Abwägungen zu Bebauungsplänen auch eine Kosten-Nutzen-Analyse angefertigt werden und die Herstellungs- und Folgekosten für die benötigte Infrastruktur mitberechnet werden sowie die Baueigentümer:innen an diesen Kosten beteiligt werden.

V. Bürgerbeteiligung und Transparenz


11. Wie bewerten Sie die bisherige Bürgerbeteiligung zu Waldhof-West?

Soweit wir das beurteilen können, wurden von Seiten der Stadt die Anliegen der Bürger:innen ernst genommen und durch Gesprächsangebote und Beteiligungsformate entsprochen.

Als besonders positive Entwicklung möchten wir an dieser Stelle auch die Arbeit der Bürgerinitiative „Natürlich Bieber-Waldhof“ hervorheben: Mit ihrem Engagement ist sie zu einem wichtigen zivilgesellschaftlichen Akteur in Offenbach gewachsen, die zu einem aktiven Gemeinwesen auch über Bieber und Waldhof hinaus, beiträgt und den Bürger:innen, die der Entwicklung des Wohnpotenzials kritisch gegenüberstehen, eine deutlich wahrnehmbare Stimme verleiht.


12. Werden Sie sich für transparente Entscheidungsprozesse einsetzen?

☒ Ja
☐ Nein

Bürger:innen gegenüber offen und in den Entscheidungsprozessen transparent zu sein, ist ein Kernanliegen grüner Politik, für das wir uns selbstverständlich einsetzen. Dabei handelt es sich um eine grundlegende Voraussetzung um die Beteiligung aller interessierten Seiten zu ermöglichen und auch eine Vertrauensbasis zu schaffen, um die Ergebnisse demokratischer Prozesse zu legitimieren.


13. Unterstützen Sie stärkere direkte Bürgerbeteiligung (z. B. Bürgerentscheid)?

☐ Ja
☐ Nein

Eine lebendige Demokratie lebt von vielfältigen Formen der Beteiligung. In Offenbach gibt es längst weit mehr als Bürgerentscheide: Mit der Mitreden-Plattform, den Leitlinien zur Bürgerbeteiligung, der Service- und Beratungsstelle sowie Formaten wie Vorhabenliste oder Bürgervorhaben hat die Stadt eine moderne Beteiligungskultur aufgebaut, in der auch dialogorientierte Formate wie Bürgerräte eine Rolle spielen können. Dass wir heute über diese Strukturen verfügen, geht maßgeblich auf unseren grünen Einfluss zurück – wir haben über viele Jahre dafür gearbeitet, Beteiligung früh, transparent und verbindlich zu verankern.

Bürgerentscheide können ein wichtiges Instrument sein, haben aber auch Grenzen, weil komplexe Stadtentwicklungsfragen oft mehr Dialog und Abwägung brauchen als ein Ja/Nein-Votum. Deshalb setzen wir Grüne auf vielfältige, niedrigschwellige und inklusive Beteiligungsformen. Direkte Demokratie entsteht aber nicht nur durch Abstimmungen, sondern auch durch das Engagement der Stadtgesellschaft – wie die Arbeit der Bürgerinitiative „Natürlich Bieber-Waldhof“, die vielen Menschen eine Stimme verleiht.




OFA

Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026

Die Bürgerinitiative „Natürlich Bieber-Waldhof“ setzt sich für den dauerhaften Erhalt des Gebiets Waldhof-West als klimaökologisch wertvolle Freifläche ein. Das Gebiet erfüllt wichtige Funktionen für Klimaanpassung, Artenvielfalt und Lebensqualität im Stadtteil Bieber-Waldhof.

I. Grundsatzposition zu Waldhof-West


1. Unterstützt Ihre Partei eine Wohnbebauung im Gebiet Waldhof-West?

☐ Ja
☒ Nein

Begründung:

- Es wird wertvolle Natur platt gemacht
- Es werden Frischluftschneisen geschlossen
- Die Stadt hat das Geld nicht
- Die Infrastruktur fehlt
- Das Gebiet liegt unter einer zukünftigen Einflugschneise


2. Werden Sie sich politisch dafür einsetzen, dass Waldhof-West dauerhaft von einer Bebauung freigehalten wird?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Wir haben uns bereits mehrfach dafür eingesetzt und werden das auch weiterhin tun. Wir lehnen die Hongkongisierung Offenbachs ab. Unser Stadtgebiet ist begrenzt, das Bevölkerungswachstum ist mehr als erwartet, die Infrastruktur hat mit dem Wachstum nicht mitgehalten. Unsere Naherholungsgebiete sind wichtig für das Klima und die Biodiversität.

II. Klima- und Umweltaspekte


3. Wie bewerten Sie die Funktion von Waldhof-West für Klimaanpassung und Biotopverbund?

Das Gebiet ist Teil eines regionalen Grünzugs. Es ist außerdem eines der letzten naturbelassenen Biotope auf unserem Stadtgebiet. Für das Klima in der Stadt ist das Gebiet wichtig als Frischluftschneise.

Auch als Naherholungsgebiet hat Waldhof-West eine wichtige Funktion.


4. Halten Sie eine Bebauung für vereinbar mit den kommunalen Klimazielen gemäß dem Klimakonzept 2035?

Nein.

Insbesondere die Maßnahme 9.6 Stärkung des Biotopverbunds verlangt:

„Nicht nur der Schutz einzelner Biotope, sondern auch die Vernetzung dieser naturbelassenen Räume untereinander ist ein wichtiger Baustein für den Artenschutz, sowie für die Widerstandsfähigkeit von Lebensräumen gegenüber klimatischen Schwankungen. Die Flächen des Biotopverbundsystems werden ergänzt, auf raumplanerischer Ebene gesichert und anschließend auf kommunaler Ebene praktisch umgesetzt.“

Eine Bebauung wäre genau das Gegenteil dieses Plans.


5. Sollte der Schutz klimaökologisch wirksamer Freiflächen Vorrang vor Außenentwicklung haben?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Der Klimawandel und der Verlust der Biodiversität werden immer noch unterschätzt. Die Entwicklungen werden immer extremer, und wir fürchten, dass bald Kipppunkte erreicht werden. Dann werden viele die früheren Entscheidungen bitterlich bereuen. Wir müssen für unsere Kinder und Enkel eine lebenswerte Umwelt erhalten.

III. Alternativen zur Flächeninanspruchnahme


6. Unterstützen Sie verbindlich den Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die Naherholungsgebiete, die wir haben, sind begrenzt. Das Stadtgebiet ist nicht erweiterbar. Die Lebensqualität der Bürger und Bürgerinnen, die hier schon wohnen, sollte die höchste Priorität in der Kommunalpolitik haben. Daraus folgt, dass die Zeit der „Außenentwicklung“ für Offenbach vorbei ist.


7. Welche konkreten Potenziale zur Wohnraumschaffung sehen Sie im bestehenden Siedlungsgebiet?

Für ganz Offenbach gilt: Die Modernisierung von Altbauten schafft Wohnraum mit weniger Kosten als Neubauten. Wenn man Vorschriften lockern könnte, gäbe es viel Potential in der Umwidmung von leerstehenden Büroräumen zu Wohnraum. An vielen Orten sind auch Aufstockungen möglich.

Speziell für Bieber-Waldhof gilt: Im Zentrum des Ortsteils sind Aufstockungen möglich.

Der Masterplan hatte ein Limit für die Bevölkerungszahl festgelegt, das ist inzwischen weit überschritten. Unsere Stadtregierung scheint von einem unbegrenzten Wachstum auszugehen. Man muss aber akzeptieren, dass irgendwann Schluss ist.


8. Sind Sie bereit, vor einer Inanspruchnahme von Freiflächen alle Alternativen auszuschöpfen?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Es kommt auf die „Alternativen“ an. Sie müssen sozial- und klimaverträglich sein. Im schon hochverdichteten Mathildenviertel plant ein Investor ein Bauprojekt, das aus mehreren Grünen nicht sozialverträglich ist, und das wir daher ablehnen.

Zu unserer grundsätzlichen Einstellung siehe einen Abschnitt unseres Berichts zur Stv-Sitzung im Dezember:
https://www.ofa-ev.de/45-sitzung/#regionalplan

IV. Lebensqualität und Infrastruktur


9. Welche Bedeutung messen Sie Waldhof-West für Naherholung und Lebensqualität bei?

Wie oben schon erläutert: eine hohe. Je dichter eine Stadt bebaut ist, desto wichtiger werden Naherholungsgebiete für die Bewohner. Hundebesitzer führen ihre Hunde aus, Kinder können die Natur in ihrer Nähe erleben. Kleingärten erlauben den pflegerischen Kontakt mit der Natur und haben auch eine generations- und kulturübergreifende Integrationsfunktion.

Die Lebensqualität in der Stadt kann in Zeiten des Klimawandels nur erhalten werden, wenn es auch Frischluftschneisen gibt.


10. Wie verhindern Sie eine Überlastung der Infrastruktur bei neuen Baugebieten?

Die Infrastruktur hinkt jetzt schon längst dem Bevölkerungswachstum hinterher.

Man müsste den ÖPNV massiv ausbauen, damit würde man automatisch den CO₂-Ausstoß verringern. Leider hat die Mehrheit in der Stv-V da andere Prioritäten. Mit neuen Baugebieten wäre die Stadt völlig überfordert.

V. Bürgerbeteiligung und Transparenz


11. Wie bewerten Sie die bisherige Bürgerbeteiligung zu Waldhof-West?

Die bisherige Bürgerbeteiligung war bekanntlich nicht formgerecht. Es wurde zu viel über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden.


12. Werden Sie sich für transparente Entscheidungsprozesse einsetzen?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Transparenz und Bürgerbeteiligung, sprich mehr Demokratie, sind die DNA von Ofa!

https://www.ofa-ev.de/demokratie-transparenz-und-buergerbeteiligung/


13. Unterstützen Sie stärkere direkte Bürgerbeteiligung (z. B. Bürgerentscheid)?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Auf jeden Fall, es stärkt die Demokratie.



FREIE WÄHLER

Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026

Die Bürgerinitiative „Natürlich Bieber-Waldhof“ setzt sich für den dauerhaften Erhalt des Gebiets Waldhof-West als klimaökologisch wertvolle Freifläche ein. Das Gebiet erfüllt wichtige Funktionen für Klimaanpassung, Artenvielfalt und Lebensqualität im Stadtteil Bieber-Waldhof.

I. Grundsatzposition zu Waldhof-West


1. Unterstützt Ihre Partei eine Wohnbebauung im Gebiet Waldhof-West?

☐ Ja
☒ Nein

Begründung:

Die Frischluftschneise muss erhalten bleiben. Es handelt sich um ein wichtiges Naturschutzgebiet.


2. Werden Sie sich politisch dafür einsetzen, dass Waldhof-West dauerhaft von einer Bebauung freigehalten wird?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Das Thema Überhitzung der Innenstädte wird immer relevanter. Vor diesem Hintergrund dürfen kühlende Grünbereiche nicht entfallen.

II. Klima- und Umweltaspekte


3. Wie bewerten Sie die Funktion von Waldhof-West für Klimaanpassung und Biotopverbund?

Das Thema Überhitzung der Innenstädte wird immer relevanter. Vor diesem Hintergrund dürfen kühlende Grünbereiche nicht entfallen. Weiterhin dienen diese Flächen der Rückhaltung von Regenmengen sowie, in der Funktion als Frischluftschneise der Abkühlung der Innenstadt.

Auch sind diese Flächen wichtig für eine Artenvielfalt an Insekten, Vögeln, vor allem Bodenbrütern, sowie als ökologische Ausgleichsfläche.


4. Halten Sie eine Bebauung für vereinbar mit den kommunalen Klimazielen gemäß dem Klimakonzept 2035?

Nein, Begründung siehe Antwort zu 3.


5. Sollte der Schutz klimaökologisch wirksamer Freiflächen Vorrang vor Außenentwicklung haben?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Siehe Antwort zu 3.

III. Alternativen zur Flächeninanspruchnahme


6. Unterstützen Sie verbindlich den Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“?

☐ Ja
☒ Nein

Begründung:

Eine solche Entscheidung muss im Einzelfall getroffen und entschieden werden und sollte auf keinen Fall über eine allgemeinverbindliche Grundsatzlösung herbeigeführt werden.


7. Welche konkreten Potenziale zur Wohnraumschaffung sehen Sie im bestehenden Siedlungsgebiet?

In der Stadt Offenbach ist die GBO mit über 5.000 Wohnungen ein großer Bestandshalter, der über die Größe der Objekte die Möglichkeit hat, im Rahmen von Aufstockungen oder Ausbauten ungenutzter Dachräume Wohnraum zu schaffen. Auch besteht gerade hier aufgrund der Größe der Grundstücke ein nicht unerhebliches Potential der Nachverdichtung. Im Jahr 2009 hat die EEG für die GBO mögliche Nachverdichtungsflächen untersucht. In diesem Programm waren sehr interessante Flächen dabei, die noch Potential bieten.

Eine solche Untersuchung könnte auch im Rahmen einer städtebaulichen Untersuchung über das Stadtplanungsamt stattfinden und hier auch für andere Eigentümer Flächenpotentiale zur Nachverdichtung oder Aufstockung identifiziert werden.


8. Sind Sie bereit, vor einer Inanspruchnahme von Freiflächen alle Alternativen auszuschöpfen?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Auch in den besiedelten Gebieten sind Grünflächen Mangelware, so dass auch hier für uns der Fokus mehr auf der Aufstockung – dem Ausbau von Dachgeschossen liegt, als jede noch so kleine Fläche auch im Siedlungsgebiet zu siegeln.

Grünflächen und Naherholung sind wesentliche Bestandteile einer funktionierenden Stadt und eines funktionierenden Stadtklimas (siehe PKT 3).

IV. Lebensqualität und Infrastruktur


9. Welche Bedeutung messen Sie Waldhof-West für Naherholung und Lebensqualität bei?

Waldhof West hat in Bezug auf Naherholung für die Bürger eine sehr wichtige Funktion und ist eben deshalb entsprechend zu schützen.


10. Wie verhindern Sie eine Überlastung der Infrastruktur bei neuen Baugebieten?

Kitas, Schulen, Strassen, Läden, Grünflächen von vornherein mitdenken und mitplanen. Erst muss die Infrastruktur stehen – ausgewogen und wohlüberlegt, dann kann das Wohnen folgen.

V. Bürgerbeteiligung und Transparenz


11. Wie bewerten Sie die bisherige Bürgerbeteiligung zu Waldhof-West?

Die Bürgerbeteiligung war aus unserer Sicht unzureichend.


12. Werden Sie sich für transparente Entscheidungsprozesse einsetzen?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Die Nachvollziehbarkeit der Entscheidung ist zur Akzeptanz der Entscheidungen und Prozesse ein wesentlicher Bestandteil und aus unserer Sicht extrem wichtig.


13. Unterstützen Sie stärkere direkte Bürgerbeteiligung (z. B. Bürgerentscheid)?

☒ Ja
☐ Nein

Begründung:

Grundsätzlich fordern die Freien Wähler immer die Einbeziehung der Bürger in die Bereiche, von denen sie betroffen sind.