Klima-, Natur- und Artenschutz

Schon in den Wettbewerbsunterlagen ist aufgeführt, dass im Planungsgebiet eines der wenigen Kaltluftentstehungsgebiete der Stadt Offenbach liegt. Eine Bebauung, gerade auch die aktuell geplante sehr enge Bebauung, würde im Zuge des fortschreitenden Klimawandels direkte negative Auswirkungen auf die anliegenden Gebiete in Bieber und Waldhof haben. „Wir alle kennen die Natur und ihre Schönheit in unserem Quartier“, sagt Daniel Wiljotti, Garten- und Landschaftsbaumeister und Naturexperte der BI. „Eine Bebauung mit 600 Wohneinheiten zerstört ein Ökosystem mit seltenen Pflanzen und Tieren, das keine Ausgleichsfläche jemals wird ersetzen können“.  Auch von Offenbach geplanter ungehinderter Flächenfraß von Wiesen und Auenlandschaften wie andernorts in Deutschland in der Größe von 100 Fußballfeldern täglich.

  • Umbruch einstiger wertvoller Vegetationseinheiten und Habitat heimischer Fauna in Ackerland mit konventioneller Anbaumethodik.
  • Zerstörung der Kaltluftschneise, massive Grundwasserabsenkung, Verantwortung weit über Offenbach hinaus, globale Verantwortung, Erderwärmung unter 1,5 Grad zu halten, Gletscherschmelze, Schmelze der vereisten Meeresflächen, Anstieg des Meeresspiegels, Dürre, Extremwetter, Orkane, Tornados, Überschwemmungen, Abgang von Muren, Baumsterben, Klimaflüchtlinge (bereits in Somalia), Hungersnöte, soziale Spannungen, Resourcenkämpfe, Bürgerkriege, Klimakranke schon jetzt, vor allem Kinder und ältere Menschen betroffen.....
  • Es wird auf diese verheerenden schon existierenden katastrophalen Zustände hingewiesen und die daraus resultierender politischer Verantwortung im Fall Bieber-Waldhof.
  • Die politisch verantwortlichen Planer argumentieren damit: es sei die letzte großzügige, freie unbebaut Grünfläche mit diesem Charakter, und... früher wurde doch auch hier gebaut, warum soll es denn ein Regulativ geben ? Was gestern ging geht auch heute? Anpassung an die sich dynamisch verändernde Wohnsituation, so seitens der politischen Planer.
  • BUND und NABU haben am 13.10. 2019 gemeinsam mit Herrn Dr. Reichhardt mehrstündig das Baugebiet begutachtet und die Absicht geäußert, die BI nachdrücklich zu unterstützen. Mit dem Ziel, dass das geplante Baugebiet wenn irgend möglich verhindert wird. Dazu wurde von den BUND- und NABU-Vertretern ergänzend festgestellt, dass durch eine Bebauung die Frischluftzufuhr vor allem auch für die angrenzenden Gemeinden Heusenstamm, Obertshausen und Mühlheim nahezu vollständig unterbunden wird bzw. bei einer Bebauungsplanung, sorgfältig mit zu betrachten ist.
  • Die bestehenden und auch seitens des Landes Hessen kartierten Biotope im Planungsgebiet wären unwiederbringlich verloren.
  • Wir reden alle vom Stellenwert der Natur und des Klima, sehen überall die negativen Auswirkungen von Trockenheit und Schädlingsbefall: Dann lasst uns auch vor der Haustüre was für den Naturerhalt tun.
  • Im Wesentlichen gibt es im Planungsgebiet alten Baumbestand, Hecken und Wiesenlandschaften, die gerade für Insekten eine sehr hohe Bedeutung haben.
  • Die gesamte Bieberaue von der Grenze zu Mühlheim im Norden bis zur Grenze  Heusenstamm im Süden ein wichtiges Nahrungsgebiet für geschützte Vögel, Insekten sowie ein Vorkommen von Orchideen.
  • Buchstäblich über Nacht wurde durch den Bauern vor einigen Jahren diese ganze Brachfläche in Ackerland umgepflügt und zwar ohne Antrag auf Umwandlung und ohne, dass die Umweltbehörde einschritt! So entstand eine Biowüste aus Mais- und Weizenfeldern auf denen dann durch jährlich mehrmalige Glyphosatausbringung (?) jeglicher, sonstiger Planzenwuchs abgetötet wird. Mit der fatalen Konsequenz, dass auch die verschiedenen Bienenarten und sonstige Insekten nicht mehr vorkommen.
  • In Offenbach befinden sich die wichtigen Kaltluftentstehungsgebiete in den Offen­land­­bereichen des Bürgel-Rumpenheimer Mainbogens sowie den Offenlandberei­chen nördlich und südlich des Ortsteils Bieber. Handlungsoptionen:  „Die Frisch- und Kaltluftentstehungsgebiete sollen grundsätzlich von jeglicher Bebauung freigehalten werden.“ Quelle Umweltamt Stadt Offenbach

"Die Auswirkungen des sich immer deutlicher abzeichnenden Klimawandels treffen zunehmend alle Regionen und nehmen Einfluss auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche. Bereits heute sind in Hessen hohe gesamtwirt­schaftliche Schäden durch Extremwetterereignisse zu verzeichnen, deren Häufigkeit sich im Zuge des fortschreitenden Klimawandels voraussichtlich noch erhöhen wird."

Quelle: RegFNP 2010

 

Das Wettbewerbsgebiet sowie die angrenzenden Wald- und Grünlandflächen sind Entstehungsbereiche für Frisch- und Kaltluft. Zudem fungieren diese Flächen zum Teil als lokale Windpotentialflächen der Kategorie 1.

Frisch- und Kaltluftentstehungsgebiet Kategorie 1, d. h. Beschreibung: Hoch aktive, vor allem kaltluftproduzierende Flächen im Außenbereich; Größtenteils mit geringer Rauigkeit und (falls vorhanden) entsprechender Hangneigung; sehr hohe nächtliche Abkühlung. Einstufung: Sehr wichtig, erhalten und schützen, Süd- und Nordbereich als Frisch- und Kaltluftzufuhr freihalten. Weitere Bebauung vermeiden sowie keine Zirkulationsbarrieren im Umfeld erzeugen.

Quelle: Städtebaulich-freiraumplanerischer Ideenwettbewerb

Das Land Hessen hat den ökologischen Wert dieser Grünflächen in Bieber-Waldhof erkannt, 

und diese seit 1996 als Biotopfläche kartiert.

Teile dieser wertvollen Vegetationseinheiten ( zB. Knabenkraut, heimische Orchidee)

und Habitat für zahlreiche Tiere, Rastplatz von Zugvögeln wurden jedoch trotz seines länger als 5 Jahren existierenden Wiesenbestandes (vergl. EU-Recht), umgebrochen. Große Teile dieser Biotopflächen bestanden aus jahrzehntealten wertvollen Brachflächen und nach EU-Recht geschützten Feuchtbiotopen.

Die traurige Realität:

Wiesen und Biotopflächen in der Größe von 100 Fußballfeldern werden täglich für den Wohnungs- und Industriebau zerstört.

Die katastrophalen Folgen sind in näherer Umgebung und weltweit unmittelbar zu spüren.

Massiver Rückgang und das Sterben heimischer Arten, alleine über 50% der Wildbienen sind in Ihrem Bestand gefährdet.

Der Bestand der am Boden brütenden Vögel die während ihrer Brutzeit für ihre Nahrung auf Insekten angewiesen sind reduzierte sich um 23%.

Der Kiebitz ist in seinem Vorkommen um 80% zurückgegangen, 11 heimische Vogelarten sind schon ausgestorben. Mit dem Wegfall dieser Biotop und Wiesenflächen entfallen auch deren lebenswichtige Stoffwechsel und Filterfunktionen.

Weitere Fakten: Globale Erderwärmung ( in Deutschland schon 1,5 Grad Celsius), Extremwetter, Hitzewellen, ( Offenbach pflanzt derzeit über 1000 Bäume nach), Grundwasserabsenkung, erhöhter Schädlingsbefall an Pflanzen, Ernteausfälle, Gletscherschmelze und Schmelze der vereisten Meeresflächen, Anstieg der Meeresflächen, anhaltende Dürre weltweit schon 3,8 Millionen Klimaflüchtlinge.

Handeln:

Wir, die Bürgerinitiative, fordern die Offenbacher Stadtverordneten dazu auf, gegen einen Bebauung von Waldhof-West zu stimmen.

Eine Vorreiterrolle, eine Vorbildfunktion in Sachen Klimaschutz zu übernehmen und nicht ungebremst und ohne Regulativ auf den vermeintlichen Wagen des Wachstums aufzusteigen.

Die Schwächsten, die Natur, die Tiere und letztendlich der Mensch kommen dabei unter die Räder!

Naturschutzfachliche Grundlagen (siehe Seite 22-27)

Abschlussbericht zur stadtklimatischen Untersuchung in Offenbach vom Deutschen Wetterdienst